Vielleicht verändert sich ein Mensch nicht an einem bestimmten Tag. Vielleicht gibt es keinen großen Moment, an dem plötzlich alles anders ist. Vielleicht passiert es ganz leise – so leise, dass man es selbst erst bemerkt, wenn man irgendwann zurückblickt und sich fragt: Wann bin ich eigentlich so anders geworden?
Ich glaube, genau an so einem Punkt befinde ich mich gerade. Wenn ich darüber nachdenke, wer ich vor ein paar Jahren war und wer ich heute bin, merke ich, dass sich vieles verändert hat. Nicht unbedingt auf eine Art, die man von außen sofort erkennen würde. Es sind eher die kleinen Dinge. Die Art, wie ich über das Leben denke. Was mir wichtig ist. Wofür ich meine Energie verwenden möchte. Welche Menschen mir guttun. Und welche Dinge ich heute nicht mehr erzwingen möchte.
Früher dachte ich oft, man müsste irgendwann genau wissen, wer man ist und wohin man möchte. Man braucht einen Plan, bestimmte Ziele und am besten gleich die passenden Antworten dazu. Heute sehe ich das anders. Vielleicht bedeutet Erwachsenwerden nicht, immer mehr Antworten zu haben. Vielleicht bedeutet es, immer ehrlichere Fragen zu stellen: Was möchte ich wirklich? Was tut mir gut? Welche Menschen möchte ich in meinem Leben haben? Und welches Leben fühlt sich eigentlich wirklich nach meinem eigenen an?
Ich merke diese Veränderung besonders bei den Dingen, die mir heute wichtig sind. Meine Sicht auf meinen Körper und auf Ernährung hat sich verändert. Ich beschäftige mich bewusster damit, was mir guttut und wie ich mich in meinem eigenen Körper fühle. Auch Schönheit und Fashion sehe ich heute anders. Natürlich liebe ich schöne Kleidung, Beauty und all die kleinen Dinge, mit denen man sich ausdrücken kann. Aber Selbstbewusstsein bedeutet für mich inzwischen viel mehr, als einfach nur gut auszusehen. Es geht darum, wie man sich selbst fühlt. Wie man mit sich umgeht, wenn gerade niemand zusieht. Und vielleicht auch darum, sich selbst nicht ständig verändern zu wollen, nur weil man glaubt, noch nicht genug zu sein.
Auch bei Menschen und Beziehungen denke ich heute anders als früher. Ich glaube, mit der Zeit versteht man, dass nicht jeder Mensch für immer in unserem Leben bleiben muss. Manche Menschen begleiten uns nur ein Stück. Manche Begegnungen verändern uns. Und manchmal müssen wir etwas loslassen, obwohl es einmal wunderschön war. Nicht alles, was endet, war ein Fehler. Manche Dinge waren einfach für eine bestimmte Zeit gedacht.
Ich lerne gerade, mehr darauf zu achten, was mir wirklich guttut – und weniger darauf, was von außen vielleicht besser aussieht. Weniger darauf, was andere von mir erwarten. Und mehr darauf, was sich für mich richtig anfühlt. Natürlich gelingt mir das nicht immer. Es gibt Tage, an denen ich voller Vertrauen bin, und andere, an denen ich alles infrage stelle. Ob ich die richtigen Entscheidungen treffe. Ob ich genug mache. Ob ich schon weiter sein müsste.
Ich glaube, dieses Gefühl kennen mehr Menschen, als man denkt. Dieses Gefühl, dass alle anderen irgendwie wissen, was sie tun, während man selbst noch versucht herauszufinden, wohin man eigentlich möchte. Aber vielleicht müssen wir das gar nicht immer wissen. Vielleicht reicht es manchmal, den nächsten Schritt zu kennen. Denn vielleicht verpassen wir unser eigenes Leben, während wir damit beschäftigt sind, herauszufinden, wie unsere Zukunft aussehen soll. Wir planen, vergleichen und warten auf den Moment, in dem wir endlich „angekommen“ sind. Und vergessen dabei, dass unser Leben gerade passiert.
Diese Gespräche. Diese Menschen. Diese kleinen Momente, die wir vielleicht erst Jahre später als wichtig erkennen werden. Ich glaube inzwischen auch nicht mehr daran, dass wir uns irgendwann endgültig „finden“. Vielleicht gibt es diese eine fertige Version von uns gar nicht. Wir verändern uns durch Menschen, Erfahrungen, Entscheidungen, Liebe, Enttäuschungen und all die kleinen Dinge, die uns prägen.
Vielleicht bedeutet „sich selbst finden“ deshalb nicht, irgendwann genau zu wissen, wer man für immer sein wird. Vielleicht bedeutet es, immer wieder ehrlich hinzusehen und herauszufinden, wer man gerade ist. Und genau das mache ich gerade.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich diesen Blog beginnen möchte. Nicht, weil ich angekommen bin. Nicht, weil ich für alles eine Antwort habe. Und ganz sicher nicht, weil ich euch ein perfektes Leben zeigen möchte.
Ich möchte meine Reise teilen. Die schönen Momente. Die kleinen Alltagsgeschichten. Reisen, Gesundheit, Fitness, Fashion und all die Dinge, die mich beschäftigen. Aber vor allem möchte ich die Gedanken und Erfahrungen teilen, die mich gerade begleiten. Ich möchte nicht nur die fertigen Ergebnisse zeigen. Ich möchte auch ein Stück vom Weg dorthin zeigen. Die Dinge, die funktionieren – und die, die vielleicht nicht funktionieren. Die Momente, in denen ich mir selbst vertraue, und die, in denen ich noch herausfinden muss, wohin es geht.
Und vielleicht liest du das gerade und befindest dich selbst an einem ähnlichen Punkt. Vielleicht haben sich deine Wünsche verändert. Vielleicht fühlt sich dein Leben von außen genauso an wie vorher, aber innerlich hat sich etwas verschoben. Vielleicht weißt du gerade nicht genau, wohin du möchtest. Vielleicht bist du irgendwo zwischen dem Menschen, der du einmal warst, und dem Menschen, der du noch werden möchtest.
Wenn das so ist, dann möchte ich dir etwas mitgeben, das ich selbst gerade erst lerne: Du musst nicht wissen, wer du in fünf Jahren sein wirst. Du darfst deine Meinung ändern. Du darfst neu anfangen. Du darfst Dinge loslassen, die einmal wichtig für dich waren. Du darfst einen anderen Weg einschlagen, auch wenn du dachtest, du würdest für immer den alten gehen. Und du darfst dir Zeit lassen.
Vielleicht bist du nicht verloren. Vielleicht wächst du gerade nur in eine Version von dir hinein, die du noch nicht kennst. Und vielleicht musst du dich gar nicht beeilen, sie kennenzulernen. Vielleicht reicht es, heute ehrlich mit dir selbst zu sein. Und morgen wieder. Und am Tag danach vielleicht ein bisschen mehr.
Denn vielleicht ist Erwachsenwerden nicht das Ankommen. Vielleicht ist es das immer wieder neue Kennenlernen. Und vielleicht ist genau das der schönste Teil daran.
Love,
Joanna ♡