Es gibt Menschen im Leben, für die man niemals die richtigen Worte finden wird. Egal, wie lange man nachdenkt, egal, wie viele Seiten man schreibt und egal, wie sehr man versucht zu erklären, was sie einem bedeuten – am Ende fühlt es sich immer so an, als wäre es nicht genug. Denn wie soll man einen Menschen beschreiben, der nicht einfach nur ein Teil des eigenen Lebens ist, sondern sich anfühlt wie ein Teil der eigenen Seele? Wie soll man erklären, was es bedeutet, wenn ein Mensch für einen Geborgenheit, Liebe, Sicherheit und Zuhause gleichzeitig ist? Für mich sind diese Menschen meine Oma und mein Opa. Sie waren und sind für mich so viel mehr als einfach nur meine Großeltern. Sie sind ein Teil meiner Geschichte, meiner Kindheit, meines Herzens und von allem, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin.
Meine Oma bedeutet mir einfach alles. Unsere Beziehung zueinander ist so tief und so besonders, dass ich manchmal selbst nicht weiß, wie ich sie beschreiben soll. Sie war immer für mich da. Sie hat alles mit mir durchgestanden, sie hat mich begleitet, wenn das Leben schön war, und sie hat mich gehalten, wenn das Leben schwer wurde. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum unsere Verbindung heute so unbeschreiblich stark ist. Wir haben nicht nur schöne Erinnerungen miteinander. Wir haben gemeinsam gekämpft, gehofft, gebangt und Dinge erlebt, die uns für immer miteinander verbinden werden.
Mein Opa war ein großartiger Mensch. Wenn ich heute an ihn denke, dann denke ich an einen Menschen mit einem unglaublich reinen und liebevollen Herzen. Er war einer dieser seltenen Menschen, bei denen man sich einfach sicher und geborgen gefühlt hat. Für mich war er immer wie ein riesengroßer Teddybär. Groß und stark, aber gleichzeitig so unglaublich liebevoll, sanft und weichherzig. Seine Nähe hatte etwas, das ich bis heute kaum beschreiben kann. Bei ihm fühlte sich vieles leichter an. Und für mich war er genauso alles. Er war nicht einfach nur mein Opa. Er war ein Teil meiner Kindheit, ein Teil meiner schönsten Erinnerungen und ein Mensch, den ich von ganzem Herzen geliebt habe. Wenn ich heute an ihn denke, möchte ich nicht, dass seine Krankheit das Erste ist, woran man sich erinnert. Denn mein Opa war so viel mehr als seine Krankheit. Er war ein Mensch mit einem riesengroßen Herzen. Ein Mensch, der Liebe gegeben hat, ohne etwas dafür zu erwarten. Ein Mensch, dessen Wärme man gespürt hat. Und für mich wird er für immer dieser große Teddybär bleiben, den ich so sehr geliebt habe.
Als seine Krankheit begann, war ich noch sehr klein. Damals konnte ich wahrscheinlich noch gar nicht verstehen, wie sehr sich unser Leben dadurch verändern würde. Ich wusste nicht, dass diese Krankheit uns über viele Jahre begleiten würde und dass sie ein Teil unseres Alltags werden würde. Aber über all diese Jahre haben meine Oma und ich gemeinsam für ihn gekämpft und uns um ihn gekümmert. Als ich älter wurde, fuhr ich nach der Schule oft direkt zu meinen Großeltern. Wenn meine Oma arbeiten war, blieb ich bei meinem Opa und kümmerte mich um ihn. Ich war für ihn da, verbrachte Zeit mit ihm und half ihm, wo ich konnte – auch indem ich seine Verbände wechselte. Für mich fühlte sich das damals nicht wie eine Last an. Es war selbstverständlich, weil es mein Opa war. Weil ich ihn liebte. Ich wollte einfach für ihn da sein, genauso wie er immer für mich da gewesen war. Heute weiß ich, dass diese Zeit etwas ganz Besonderes war. Damals war es unser Alltag. Heute sind es Erinnerungen, die einen unschätzbaren Platz in meinem Herzen haben.
Meine Oma und ich waren in dieser Zeit ein Team. Zwei Menschen, die denselben Menschen unendlich liebten und alles getan haben, um für ihn da zu sein. Wir haben gehofft, wir haben uns Sorgen gemacht und wir haben versucht, stark zu bleiben, auch an Tagen, an denen wir wahrscheinlich beide Angst hatten. Wer einmal erlebt hat, wie ein geliebter Mensch über viele Jahre krank ist, weiß, dass eine Krankheit nicht nur das Leben eines Menschen verändert. Sie verändert den gesamten Alltag. Man lebt zwischen Hoffnung und Angst. Es gibt gute Tage, an denen man wieder daran glaubt, dass alles besser werden könnte, und schlechte Tage, an denen man sich fragt, wie man überhaupt noch die Kraft finden soll, weiterzumachen. Aber wenn man einen Menschen liebt, dann bleibt man. Man kämpft weiter. Man ist da. Genau das haben meine Oma und ich getan.
Als mein Opa schließlich gestorben ist, hat sich etwas in unserem Leben für immer verändert. Egal, wie lange eine Krankheit dauert – auf den Moment des Abschieds ist man niemals wirklich vorbereitet. Man kann wissen, dass dieser Tag irgendwann kommen wird, und trotzdem fühlt es sich an, als würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen, wenn es dann wirklich passiert. Plötzlich ist ein Mensch nicht mehr da, der immer da war. Plötzlich bleibt ein Platz leer. Plötzlich gibt es eine Stille, die vorher nie da war. Und man merkt, dass die Welt draußen einfach weitergeht, obwohl die eigene Welt für einen Moment stehen geblieben ist.
Mein Opa hat eine Lücke hinterlassen, die niemand jemals füllen kann. Und er wird immer fehlen. Es gibt Menschen, über deren Verlust man nicht einfach hinwegkommt – und das muss man auch nicht. Denn Liebe endet nicht, wenn ein Mensch stirbt. Sie bleibt. Sie verändert sich. Man kann diesen Menschen nicht mehr sehen, nicht mehr umarmen und seine Stimme nicht mehr hören, aber man trägt ihn weiter. In seinen Erinnerungen. In seinen Geschichten. In den Dingen, die man von ihm gelernt hat. In Momenten, in denen man plötzlich an ihn denken muss und gleichzeitig lächeln und weinen möchte.
Mein Opa wird für mich immer mein riesengroßer Teddybär bleiben. Dieser liebevolle, reine Mensch, der für mich einfach alles war. Ich vermisse ihn und wahrscheinlich wird es immer einen Teil von mir geben, der sich wünscht, ich könnte ihn noch einmal in den Arm nehmen. Noch einmal neben ihm sitzen. Noch einmal seine Stimme hören. Aber gleichzeitig bin ich unendlich dankbar. Dankbar dafür, dass ich ihn überhaupt in meinem Leben haben durfte. Dankbar für jeden Moment. Für seine Liebe. Für seine Nähe. Und für all die Erinnerungen, die mir niemand nehmen kann.
Nach seinem Tod wurde die Beziehung zwischen meiner Oma und mir noch stärker. Vielleicht, weil wir beide wussten, wie es sich anfühlt, denselben Menschen zu vermissen. Vielleicht, weil wir gemeinsam so viele Jahre an seiner Seite gestanden hatten. Wir hatten gemeinsam gehofft, gekämpft und getrauert. Und wir hatten uns gegenseitig. Unsere gemeinsame Geschichte mit meinem Opa hat uns auf eine Art verbunden, die niemand wirklich verstehen kann, der diese Zeit nicht mit uns erlebt hat.
Heute besuche ich meine Oma jede Woche. Ich schlafe auch regelmäßig bei ihr und verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihr. Und ich mache das nicht, weil ich es muss. Ich mache es, weil ich es von ganzem Herzen möchte. Weil sie für mich einer der wichtigsten Menschen auf dieser Welt ist. Weil ich weiß, wie kostbar gemeinsame Zeit ist. Ich habe durch meinen Opa gelernt, dass wir niemals denken sollten, wir hätten unendlich viel Zeit. Dass wir Besuche nicht immer verschieben sollten. Dass wir nicht immer sagen sollten: „Das machen wir irgendwann.“ Denn irgendwann ist ein Wort, das manchmal viel zu spät kommt.
Deshalb möchte ich die Zeit mit meiner Oma genießen. Wirklich genießen. Ich möchte sie besuchen, solange ich kann. Ich möchte bei ihr schlafen und diese gemeinsamen Abende erleben. Ich möchte mit ihr lachen und mit ihr reden. Ich möchte ihre Geschichten hören und ihr meine erzählen. Und ich möchte mit ihr verreisen, weil ich möchte, dass sie die Welt noch sehen kann. Ich möchte neue Orte mit ihr entdecken und Erinnerungen schaffen, die uns niemand jemals nehmen kann. Vielleicht sind es für andere nur Urlaube oder gemeinsame Ausflüge. Aber für mich sind es Momente, die gerade zu einem Teil meines Herzens werden.
Ich möchte meiner Oma etwas zurückgeben. Sie hat so viel für mich getan. Sie war immer für mich da und hat alles mit mir durchgestanden. Und heute möchte ich für sie da sein. Nicht aus Pflicht. Sondern aus Liebe. Ich möchte ihr Zeit schenken, denn ich glaube, dass Zeit das Wertvollste ist, was wir einem Menschen geben können. Kein Geschenk kann ersetzen, dass man einfach da ist. Dass man zuhört. Dass man sich Zeit nimmt. Dass man einen Menschen nicht alleine lässt.
Vielleicht liest gerade jemand diesen Text und denkt an einen Menschen, den er viel zu selten besucht. Vielleicht gibt es jemanden, den man schon lange anrufen wollte. Eine Oma. Einen Opa. Einen Menschen, den man liebt. Und vielleicht denkt man immer: „Ich mache das morgen.“ Aber ich möchte jedem Menschen, der diesen Text liest, etwas mitgeben: Wartet nicht immer auf morgen. Wartet nicht auf den perfekten Moment. Fahrt hin. Ruft an. Nehmt euch Zeit. Sagt den Menschen, was sie euch bedeuten. Umarmt sie ein bisschen länger.
Denn irgendwann kann aus einem ganz normalen Tag eine Erinnerung werden, für die man alles geben würde.
Ich kann meinen Opa nicht zurückholen. Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen. Aber ich kann ihn in meinem Herzen weitertragen und mich an all das erinnern, was er mir gegeben hat. An seine Liebe, seine Wärme und an das Gefühl, das ich hatte, wenn ich bei ihm war. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute so bewusst mit der Zeit umgehe, die ich mit meiner Oma habe. Ich weiß heute, dass nichts selbstverständlich ist. Kein gemeinsamer Nachmittag, kein Gespräch, keine Umarmung und kein einziger Tag mit einem Menschen, den man liebt.
Meine Oma und mein Opa haben mir auf ihre ganz eigene Weise gezeigt, was Liebe wirklich bedeutet. Nicht die Liebe, von der man nur spricht, sondern die Liebe, die bleibt, wenn es schwer wird. Die Liebe, die sich kümmert. Die Liebe, die nicht wegläuft. Die Liebe, die Zeit schenkt, obwohl man manchmal selbst nicht weiß, wie viel Zeit einem noch bleibt. Mein Opa wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben, den niemand ersetzen kann. Er wird für mich immer dieser riesengroße, liebevolle Teddybär bleiben, der für mich einfach alles war. Und meine Oma ist heute einer der wertvollsten Menschen in meinem Leben. Unsere Geschichte, all das, was wir gemeinsam durchgestanden haben, und all die Erinnerungen, die wir miteinander teilen, haben uns auf eine Art verbunden, die ich wahrscheinlich niemals vollständig erklären kann.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute jeden einzelnen Besuch bei meiner Oma so sehr schätze. Warum es für mich nicht selbstverständlich ist, einfach bei ihr zu sitzen, mit ihr zu reden oder bei ihr zu übernachten. Warum ich mit ihr verreisen möchte und ihr noch so viel von dieser Welt zeigen will. Ich möchte nicht erst irgendwann verstehen, wie kostbar diese Zeit war. Ich weiß es jetzt schon. Ich weiß es jedes Mal, wenn ich sie sehe. Und deshalb möchte ich die Zeit, die wir haben, nicht auf später verschieben.
Denn irgendwann wird es vielleicht all diese kleinen Momente nicht mehr geben. Irgendwann wird aus einem gemeinsamen Abend eine Erinnerung werden. Aus einem Gespräch etwas, an das man sich zurücksehnt. Aus einem ganz normalen Besuch etwas, für das man alles geben würde, um es noch einmal erleben zu dürfen. Und genau deshalb möchte ich jetzt da sein. Nicht perfekt. Nicht immer mit den richtigen Worten. Aber mit meinem ganzen Herzen.
Meine Oma soll wissen, wie viel sie mir bedeutet. Sie soll wissen, dass jeder Urlaub, den wir gemeinsam machen, jeder Abend, den ich bei ihr verbringe, und jede Stunde, in der wir einfach zusammen sind, für mich mehr bedeutet, als ich jemals vollständig erklären könnte. Ich möchte, dass sie sich geliebt fühlt. Dass sie weiß, dass sie niemals alleine ist. Und dass sie immer einen Menschen an ihrer Seite hat, der sie genauso fest im Herzen trägt, wie sie mich mein ganzes Leben lang getragen hat.
Mein Opa wird immer fehlen. Er wird immer mein großer Teddybär bleiben und einen Platz in mir haben, der niemals leer sein wird. Aber durch ihn habe ich gelernt, wie kostbar die Menschen sind, die wir lieben. Und vielleicht hat genau sein Leben, seine Krankheit und sein Verlust dazu geführt, dass ich heute noch bewusster weiß, was ich an meiner Oma habe.
Deshalb möchte ich einfach bei ihr sein, solange ich kann.
Ich möchte mit ihr lachen, solange wir lachen können. Ich möchte mit ihr reisen, solange wir gemeinsam die Welt entdecken können. Ich möchte ihre Hand halten, wenn sie meine braucht, so wie sie meine Hand in meinem Leben so oft gehalten hat. Und ich möchte ihr immer wieder zeigen, dass sie für mich nicht nur meine Oma ist.
Sie ist ein Teil meines Zuhauses.
Ein Teil meiner schönsten Erinnerungen.
Ein Teil meines Herzens.
Und solange ich sie noch an meiner Seite habe, werde ich jede gemeinsame Zeit mit ihr so gut es geht genießen. Nicht, weil ich Angst davor habe, was irgendwann kommt, sondern weil ich unendlich dankbar bin für das, was heute noch da ist.
Meine Oma bedeutet mir alles. Und ich hoffe, dass sie niemals auch nur für einen einzigen Moment daran zweifelt, wie sehr sie geliebt wird.
Love,
Joanna ♡